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So nutzt Du Formen und Farben für Emotionen im Visual Storytelling

Informationsgrafik oder Visual Storytelling? Fakten oder Fantasie? Zahlen oder Wörter? Langeweile oder Spannung? Die Bezeichnung Informationsgrafik lässt vielleicht nicht zwingend etwas Emotionales vermuten. Visual Storytelling hingegen hört sich lebendig, interesseweckend und farbenfroh an. Im letzten Beitrag habe ich Euch ein praktisches Tool vorgestellt, mit dem ihr in der Lage seid, einfach mit den gewünschten Farben zu arbeiten. In diesem Blogpost möchte ich nun darauf eingehen wie Farben und Formen beim Betrachten wirken und somit als Schlüssel zu Gefühlen dienen.

Die Grafik als Mittel zum Zweck im Visual Storytelling

Eine Informationsgrafik kann vieles bedeuten. Das fängt an mit einem klassischen Diagramm, gerne in Präsentationen verwendet, oder als grafische Beigabe in einem Zeitungsartikel. Vom eigentlichen Fließtext getrennte Informationen schaffen einen Mehrwert, das gilt auch für Onlineveröffentlichungen. Dabei lassen sich Statistiken sogar animieren. Solch eine Informationsgrafik soll dokumentieren und belegen, komplexe Inhalte veranschaulichen und vereinfachen. Was sie aber nicht soll: bewerten, thematisch abschweifen, zur subjektiven Meinungsäußerung genutzt werden. Und doch, oder vielleicht auch gerade deshalb ist dieses grafische Mittel hervorragend für das Storytelling und als Emotionsträger geeignet.

Sehr simpel aber durch Formen und Farben können im Visual Storytelling Emotionen erzeugt werden.

Die Farben: Schlüssel zu unseren Emotionen

Was ich damit meine, lässt sich ganz gut mit der emotionalen Wirkungskraft von Farben beschreiben. Die Farbe Blau wirkt kühl und beruhigend, während ein roter Farbton Hitze und Leidenschaft vermittelt. Die Farbe selbst bleibt natürlich emotionslos, dank der visuellen Wirkung veranlasst sie beim BetrachterIn ein Gefühl. Ähnlich verhält es sich mit anderen Farben und Formen. Eckige Darstellungen wirken anders als runde Formen: hart und weich sind für mich die ersten Begriffe die mir dazu einfallen. Dank grafischer Möglichkeiten lassen sich Emotionen weiter verstärken oder abschwächen.

Wirkung von Farben und Formen

Habt Ihr Lust auf einen kleinen Test? Was empfindet Ihr anhand der Beispiele bei den einzelnen Farben und Formen? Merkt Ihr Unterschiede beim Betrachten – wirkt etwas davon beruhigend oder erregend? Kann eine der dargestellten Form die Farbe beeinflussen?

In dem obigen Beispiel mit den zwei verschieden farbigen Quadraten unterstützt die Geometrie die blaue Farbe in der kühlen Wirkung. Das Objekt wirkt beruhigend. Das rote Quadrat wiederum wirkt wärmer, die geraden Linien dämpfen diesen Effekt aber. Wird das Rot mit weicheren Formen eingesetzt, verstärkt sich auch der Effekt der Wärme. Die Formen beider Bilder sind identisch, nur die Farben wurden ersetzt. Während blau das Wasser symbolisiert, erinnern die warmen Farben an lodernde Flammen.

Farben im Visual Storytelling machen Unterschiede.

Ihr merkt, wir sind beim Betrachten in der Lage, das Gesehene mit Emotionen zu verknüpfen, doch eigentlich sind es die eigenen Erinnerungen, die mit diesen Gefühlen verbunden sind. Diese Vernetzung von Erfahrungen und Gefühlen wird Somatische Marker genannt. Angenommen, ich habe mich als Kind am Feuer verbrannt, dementsprechend sensibel ist meine Reizempfindlichkeit bei späteren Begegnungen mit dem Thema Feuer. Ich wäre für dieses Thema also sehr empfänglich. Trotz dieser eher negativen Erfahrung sind solche Entwicklungen vom frühen Kindesalter an extrem wichtig. Diese Erlebnisse helfen uns auf dem Weg zum sozialen Wesen, wir profitieren als Erwachsene davon.

Was bei Textgeschichten durch Worte geschieht, funktioniert im Visual Storytelling mit Hilfe von Formen und Farben. Dank dieser Eigenschaften ist es auch in Infografiken möglich, eine elementare Emotionsebene hinter den Informationen zu erzeugen. Dadurch erreichen informative Grafiken mehr Tiefe und erzeugen einen stärkeren Wiedererkennungswert. Geschickt eingesetzt sind Grafikgestalter in der Lage, Botschaften oder ein Unternehmensbranding zu verstärken. Schaut Euch bei Gelegenheit die Logos bekannter Unternehmen an. Ihr werdet merken, dass das Branding eine wichtige emotinale Rolle spielt und Kunden so persönlicher angesprochen werden.

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